Wasserverband Obere Lippe

 

Renaturierung Holtheimer Bach bei Annen-Kapelle

Renaturierung des Unterlaufes des Holtheimer Baches bei der Annenkapelle
Stationierung: 0+000 – 0+800

Der Holtheimer Bach zählt zwar nicht zu den berichtspflichtigen Gewässern nach EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), dennoch sind die Ziele der WRRL (u.a. guter ökologischer Zustand) auch für diese Gewässer anzustreben. Betrachtet man Gewässer nicht einzeln, sondern im System, liegt es nahe, dass sich die positiven Veränderungen auch auf die Vorflutgewässer, in diesem Fall die Altenau, auswirken werden.
Aktuell ist der Holtheimer begradigt. Im oberen Abschnitt ist er zudem an den nördlichen Talhang verlegt worden, was teilweise zu erheblichen Einschnittstiefen geführt hat. Der Bach hat auch bei Hochwasser keine Verbindung zur eigentlichen Aue. Von einer nördlichen Ackerfläche in Hanglage wurde bei Starkregen regelmäßig Boden in den Holtheimer Bach abgeschwemmt.

In Kooperation mit der Stadt Lichtenau wird daher aktuell der Holtheimer Bach renaturiert. Die Planung sieht vor, im unteren Abschnitt, von der Mündung in die Altenau bis zur Furt oberhalb der Annenkapelle, vereinzelte Laufverlängerung im Grünland in den noch erkennbaren Geländesenken wieder herzustellen. Das Profil der neuen Verläufe wird kleiner als das aktuelle ausgebildet, die Sohle wird  angehoben um die eigendynamische Entwicklung des Baches zu fördern. Unterstützt wird das Ganze durch das Einbringen von Totholz und Wurzelstubben.
Im oberen Abschnitt, im Pappelwald oberhalb der Furt, erhält der Holtheimer Bach ein vollständig neues Gerinne. Dieses orientiert sich an den vorhandenen Strukturen wie Bäume, Totholz und Quellbereiche. Besonderheit in diesem Abschnitt ist, dass nur die ersten Meter dieses Abschnittes vorgebaggert werden, bis die Sohle das Niveau des umliegenden Geländes erreicht hat. Ab diesem Punkt wird der Bach sich selbst überlassen und kann auf rd. 200 m seinen eigenen Verlauf innerhalb des Erlen-Pappelbestandes ausbilden. Es bleibt abzuwarten, ob sich ein neues flaches Bachbett ausbildet oder aber die gesamte Fläche dauerhaft breit durchströmt wird.

Der zuvor durch Gräben und den begradigen Holtheimer Bach trocken gelegte Wald wird wieder vernäßt und sich zurück zu einem Erlenbruch entwickeln. Die Krautvegetation wird sich von der z.Z. dominierenden Brennnessel hin zur typischen Erlenbruchvegetation wie z.B. Seggen, Milzkraut und Bitterem Schaumkraut verändern. Die Vernässung führt auch dazu, dass Pflanzenreste (Laub, Holz) nicht vollständig abgebaut werden und so über eine lange Zeit wieder torfige Niedermoorböden entstehen.

Die Maßnahmen laufen seit Dezember 2017 und werden je nach Entwicklung der Witterung bis April 2018 abgeschlossen sein.